Begriffserklärungen

lm Kaskoschadenfall wird meist ein Gutachter der regulierenden Versicherung eingesetzt, da
die Versicherung ihr Weisungsrecht nutzt. Klassische Kaskounfälle sind Wildschäden,
Einbruchsschäden, Vandalismus und selbstverschuldete Unfälle, die durch eine Vollkasko
Versicherung abgedeckt sind. Bei Kaskoschäden schickt in der Regel die Versicherung einen
eigenen Sachverständigen. Ist man mit der Schadensfeststellung nicht einverstanden, besteht
 
die Möglichkeit der Anrufung eines sogenannten Sachverständigenverfahrens. ln diesem
Verfahren beauftragt der Geschädigte einen Sachverständigen seines Vertrauens. Beide
Gutachten werden dann von einem Obergutachter bewertet.
Dem Wiederbeschaffungswert ist der Preis zugrunde zu legen, der bei der
Wiederbeschaffung eines Ersatzfahrzeuges gleicher Art und Güte, in gleichem
Abnutzungszustand, bei einem seriösen Händler in dem betreffenden Gebiet durchschnittlich
aufgewendet werden muss.
Möchte der Fahrzeughalter sein Fahrzeug behalten und weiter nutzen, so kann er bei
nachgewiesener Reparatur, die in einer Kundendienstwerkstatt anfallenden Kosten (inklusive
Weıtminderung) bis zu 130% des Wiederbeschaffungswertes verlangen. ln einem solchen Fall
erstellt der Sachverständige die entsprechenden Vergleichsrechnungen zur Ermittlung der
Reparaturwürdigkeit. Eine andere Möglichkeit der Totalschadenabrechnung kann angewandt
werden, wenn die Reparaturkosten unter dem Wiederbeschaffungswert bleiben und das
beschädigte Fahrzeug veräußert wird. Kommt die Prüfung aller anfallenden Kosten zum
Ergebnis, dass die Reparatur unwirtschaftlich ist, so kann der Versicherer auf Basis eines wirtschaftlichen Totalschadens abrechnen.
Bei der Wiederbeschaffungsdauer handelt es sich um den Zeitraum, der erforderlich ist, um
ein gleichwertiges Fahrzeug auf dem lokalen Gebrauchtmarkt zu beschaffen. Die
Wiederbeschaffungsdauer, welche im Fall eines
Totalschadens vorliegt, wird in der Regel mit 9 – 16 Kalenderwerktagen angegeben.
Beim Restwert handelt es sich um den Preis, der für ein unfallbeschädigtes Fahrzeug im
Unfallzustand in einem örtlich begrenzten Gebiet bei einem seriösen Händler durchschnittlich erzielt werden kann (Veräußerungswert). Nicht bei jedem beschädigten Fahrzeug hat man es mit einem Restwert zu tun. Voraussetzung für die Berechnung eines Restwerts ist, dass die Reparaturkosten in die Nähe des Wiederbeschaffungswertes rücken. Wenn die Reparaturkosten mehr als 70 % des Wiederbeschaffungswertes betragen, so ist immer ein Restwert anzugeben. Es kann dann auf der Basis eines wirtschaftlichen Totalschadens abgerechnet werden. Bei nur leicht unfallbeschädigten Fahrzeugen muss im Gutachten kein Restwert angegeben werden. 
 
Von einem solchen Fall ist grundsätzlich dann auszugehen, wenn die Reparaturkosten unterhalb von 70% des Wiederbeschaffungswertes liegen. Der als Preis ausgedrückte Restwert wird auf dem Markt durch Angebot und Nachfrage ermittelt. Für die Bewertung gelten grundsätzlich die gleichen Maßstäbe wie beim Handel mit gebrauchten Fahrzeugen. Zu den zu berücksichtigenden Maßstäben gehören: Fahrzeugart, Aufbau, Fabrikat, Typ, Antriebsart, Motorleistung, Hubraum, Plätze, Reifengröße, Reifenzustand, Baujahr, Erstzulassung, Besitzverhältnisse, Lackierungs-, Allgemeinzustand, nächste Haupt-, Abgasuntersuchung, Gesamtfahrleistung, Farbe, Ausstattung, Zubehör usw.
Bei der Nutzungsausfallentschädigung handelt es sich um ein Konstrukt, welches nicht durch den Gesetzgeber geregelt ist, sondern von den Versicherungsgesellschaften ins Leben gerufen wurde. Eine Nutzungsausfallentschädigung tritt in der Regel dann ein, wenn der Geschädigte für die Dauer der Fahrzeugreparatur auf die Anmietung eines Ersatzfahrzeugs verzichtet. Die Höhe der Nutzungsausfallentschädigung ist in mehrere Klassen aufgeteilt und richtet sich nach dem Fahrzeugtyp. Die Höhe sowie die Dauer für die Entschädigung wird im Schadengutachten von uns berechnet und ausgewiesen. Nutzungsausfall kann bei Eigenreparatur durch den Geschädigten nur dann verlangt werden, wenn er im Einzelnen darlegt und nachweist, wie und in welchem Umfang, zu welchen Zeiten und durch wen die Reparatur durchgeführt worden ist.
Bei der Wertminderung wird zwischen der technischen und der merkantilen Wertminderung unterschieden.
Die technische Wertminderung kommt dann in Betracht, wenn der ursprüngliche Zustand auch bei einer fachgerechten Reparatur nicht wiederhergestellt werden kann.
Bei der merkantilen Wertminderung wird der Vermögensausgleich berücksichtigt, der sich aufgrund der Unfallbeteiligung bei einem späteren Verkauf des Fahrzeugs ergeben wird.
 
Der BGH führt weiter aus:
„Es steht fest, dass ein durch einen Unfall beschädigtes Fahrzeug, trotz Behebung der technischen Schäden, im Verkehr allgemein geringer bewertet wird als ein unfallfreier gefahrener Wagen.“
Ein Vorschaden ist ein vor dem Schadenereignis liegendes Schadensereignis, bei dem der entstandene Schaden sach- und fachgerecht behoben wurde. Altschäden sind am Fahrzeug vorhandene nicht reparierte Unfallschäden, welche am Fahrzeug noch vorhanden sind.
Ein Totalschaden entsteht, wenn der entstandene Sachschaden an dem Fahrzeug nicht mehr behoben werden kann oder eine Reparatur
nicht mehr wirtschaftlich ist. Erreichen oder übersteigen die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs, ohne dass das Fahrzeug repariert wird, so erfolgt in der Regel eine Totalschadenabrechnung. Der Versicherer ersetzt dabei den Wiederbeschaffungswert und rechnet die Rest- oder Altteile auf den
Wiederbeschaffungswert an. Es wird zwischen zwei Arten von Totalschäden unterschieden:
 
Technischer Totalschaden
lm technischen Sinn liegt ein Totalschaden dann vor, wenn das Fahrzeug irreparabel zerstört ist. D.h., wenn die Beschädigungen an dem Fahrzeug so erheblich sind, dass die Wiederherstellung des vorherigen Zustandes nicht mehr möglich ist, bzw. wenn dies einen unverhältnismäßigen Aufwand bedeuten würde.
 
Wirtschaftlicher Totalschaden
Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt dagegen in der Regel dann vor, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert übersteigen. Aus finanzieller Sicht lohnt sich eine Reparatur in diesem Fall nicht mehr 
Möchte der Fahrzeughalter sein Fahrzeug im Fall eines Totalschadens behalten und weiter nutzen, so kann er bei nachgewiesener Reparatur, die in einer Kundendienstwerkstatt anfallenden Kosten (inkl. Weıtminderung) bis zu 130% des Wiederbeschaffungswertes
verlangen. Man spricht in diesem Fall von einem reparaturwürdigen Totalschaden und der sogenannten 130%-Grenze für Reparaturen . ln einem solchen Fall erstellt der Sachverständige die entsprechenden Vergleichsrechnungen zur Ermittlung der Reparaturwürdigkeit.

Unfall! Was nun?

– Ruhe bewahren.
– Unfallstelle absichern => Warnblinker an und Warndreieck aufstellen.
– Bei Personenschaden Erste Hilfe leisten und notfalls Rettungsdienst benachrichtigen => Notruf-Nr.: 110
– Fotos machen
– Skizzen machen
– Amtliches Kennzeichen vom Unfallverursacher notieren.
– Halterdaten sowie Fahrerdaten vom Unfallverursacher notieren.
– Dienststelle
– Kontaktdaten
– Name
– Anschrift
– Kontaktdaten
Machen Sie Ihr Recht auf einen qualifizierten und unabhängigen Kfz- Sachverständigen Gebrauch und kontaktieren Sie uns, um nicht in eine Beweisnot zu geraten. Zögern Sie nicht, wir helfen Ihnen weiter!
 
– Ist Ihr Fahrzeug fahrbereit, bzw. verkehrssicher?
– Wir agieren unparteiisch und erstellen Ihnen eine Beweissicherung sowie ermitteln den Schadenumfang, inkl. einer evtl. Wertminderung.
– Wir raten Ihnen als Geschädigter immer einen rechtlichen Beistand zu holen und vermitteln Sie an fachkundige Rechtsanwälte. Dieser Support trägt zu einer mühelosen Abwicklung mit der gegnerischen Versicherung. 
 
Die beschriebenen Serviceangebote sind für Sie völlig kostenlos und werden von der
Versicherung des Unfallverursachers getragen!
– Kontaktieren Sie Ihre Kaskoversicherung.
– Auch in einem Kaskofall ist ein sachlicher Kfz-Sachverständiger empfehlenswert, sprechen Sie Ihre Versicherung darauf an.